Lichttechnische Berechnungen

Störende Anisotropien gehören der Vergangenheit an

Störende Polarisationsflecken, sogenannte Anisotropien, hervorgerufen durch Doppelbrechungen im vorgespannten Glas, geben Bauherren oft Grund zur Beschwerde. Denn Fassaden aus vorgespannten Gläsern (ESG / TVG) weisen häufig Doppelbrechungen im Glas auf. Zu Beanstandungen kommt es deshalb so oft, da diese Polarisationsflecken gerade im polarisierten Licht sichtbar werden. Graue oder auch farbig anmutende Farbschlieren erweisen sich dem Betrachter der Glasfronten als störend. Auch der Flachglas-Veredler arcon aus Feuchtwangen kannte das Problem, wusste aber auch, dass diese Erscheinung bei Glasscheiben nach aktuell technischen Richtlinien für thermisch-vorgespanntes Kalknatron-Einscheibensicherheitsglas keinen Reklamationsgrund darstellt. Denn der physikalische Effekt basiert auf interner Spannungsverteilung. Dies wiederum akzeptieren die allgemein gültigen Normen und Richtlinien: Die DIN EN 12150-1:2000 für thermisch vorgespanntes Kalknatro-Einscheibensicherheitsglas sieht dieses Problem als physikalische Eigenschaft. Dort steht, diese Reaktion sei produktionsbedingt und charakteristisch für ESG/TVG, somit auch kein Mangel, der beanstandet werden kann.

Künftig wird dies anders werden, denn nun gibt es Scheiben, die diese Beeinträchtigung für das menschliche Auge nicht mehr aufweisen werden. So sollte ein Planer die Bauherren nun über die Existenz von arcon topview informieren.

Da sich Anisotropien sehr störend beim Blick auf Glasbauten auswirken und damit den Bauherren keinesfalls rundum glücklich machen, suchte arcon beharrlich nach einer Lösung. So richtete die Firma ihr Augenmerk auf die Erforschung eines Glases, das Doppelbrecherscheinungen nicht mehr aufweist und deshalb bedenkenlos an großen Gebäuden mit überwiegendem Fassadenglas verwendet werden kann. Mit arcon topview ist dies gelungen. Denn es wurde eine Methode gefunden, die Schlieren derart auf ein Minimum reduzieren, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen sind.

Doppelbrechungen beim Glas — Folge überholter Herstellung

Diese umgangssprachlich als Leopardenmuster bezeichneten Doppelbrechungen sind Folgen herkömmlicher Herstellung. Ein nur streifender oder aber sehr flacher Blick auf die Scheiben lässt es sichtbar werden. Oft sind diese störenden Effekte am Glas auch aufgrund einer bestimmten Einbausituation zu beobachten. Neben den Wetterverhältnissen zeigt sich auch die Dicke des Glases für derartige Erscheinungen verantwortlich. Diese Doppelbrechungen waren bisher beim vorgespannten Glas ein unlösbares Problem. Denn die gängige Herstellungsmethode bediente sich auch des sogenannten Abschreckens mit Luft, das angewendet wird, wenn das Glas aus dem Vorspannofen kommt, wo es auf 650°C erhitzt wurde. Und genau das ist der Auslöser für diese Lichtbrechungen. Mit einer neuen Verfahrenstechnik ist es dem Flachglas-Veredler arcon jetzt gelungen, diese Folgeerscheinung erheblich zu reduzieren, so dass sie das Auge nicht mehr störend am Glas wahr nimmt.  

Neue Technologie zur Reduzierung von Farbschlieren

Inzwischen kann man sagen: Bei thermisch vorgespannten Gläsern traten bis jetzt — je nach Betrachtungswinkel und auch aufgrund der Beleuchtungssituation — optisch störende Doppelbrechungen auf. Denn arcon hat nun als Hersteller von beschichtetem Architektur- und ESG-Glas ein nahezu revolutionäres Verfahren entwickelt, mit dem deutliche Farbveränderungen derart reduziert werden, die das bloße Auge nicht mehr wahrnimmt. Diese Methode führte zum hochwertigen Glas, arcon topview. Einscheibensicherheitsglas wie auch teilvorgespanntes Glas wird nun von arcon aufgrund einer zeitgemäßen Technologie produziert. Gängiges Glas, das bisher an großflächigen Fassaden verbaut wurde, hat einen Isotropiewert, der zwischen 55 bis 80 % liegt. Die Innovation arcon topview hält diesen Wert bei guten 95 %. Diese Kenngröße wurde von arcon zusammen mit der neuen Herstellungsmethode generiert. Und je größer der Isotropiewert, desto geringer sind die zu erkennenden Doppelbrechungen.

Selbst Sonnenschutzglas ist vor Farbschlieren nicht sicher

Die beschriebenen ungeliebten bunten Schlieren im Glas können sogar bei Sonnenschutzbeschichtungen auftreten. Auch in diese Richtung reagierte arcon und stimmte seine Sonnenschutzbeschichtungen, wie beispielsweise arcon sunbelt nach dem Vorbild von arcon topview hinsichtlich des Polarisationsverhaltens auf das optimierte ESG und TVG perfekt ab.

Bei thermisch vorgespannten Gläsern sind nun aufgrund von arcon topview — egal in welchem Betrachtungswinkel und unter welcher Beleuchtungssituation — keine sichtbaren wie auch lästigen Doppelbrechungen mehr vorhanden. arcon als führender Hersteller beschichteter Architektur- und Einscheibensicherheitsgläser hat aufgrund seiner innovativen Verfahrenstechnik zur Anisotropievermeidung diese unschönen Erscheinungen erheblich reduziert. Der Glasveredler arcon produziert ab sofort arcon topview Einscheibensicherheitsglas und auch teilvorgespanntes Glas mit seiner neuen Technik. Die bisher am Bau eingesetzten Gläser verfügten lange über einen Isotropiewert von ca. 55 bis 80 %. Mit einem Isotropiewert von über 95% setzt arcon topview nun einen nicht zu übersehenden Maßstab. Bauherren wissen inzwischen: Je größer der Isotropiewert, umso weniger sichtbar werden störende Verläufe auf Glas. Denn das menschliche Auge ist nur in der Lage, Farbunterschiede bis zu einem gewissen Grad zu erkennen. Wenn dieser Schwellenwert unterschritten wird, kann er von der Pupille nicht mehr aufgelöst werden. Feuchtwangens Glasveredler wendet dieses Wissen auch auf seine Sonnenschutzbeschichtungen an. Das bedeutet, auch das Sonnenschutzprodukt arcon sunbelt profitierte davon. Sein Polarisationsverhalten auf verbessertem ESG und TVG ist optimal und steht dem von arcon topview in nichts nach. Damit ist dieses Glas besser als die Norm.

Bravouröse Fassade aus Glas

Das Referenzobjekt, ein Verwaltungsgebäude der Alubau Puhlmann GmbH & Co. KG in Rhede zeigt wie makellos eine Glasfassade wirken kann. Und dies aufgrund der topview-Technologie von arcon, die Polarisationsflecken derart reduziert, dass der Effekt so gut wie nicht mehr zu sehen ist. Als erstes Projekt wurde das neu gebaute Verwaltungsgebäude nahezu komplett mit arcon topview ausgestattet. Ohne Ausnahme zeigt sich die moderne Glasfassade ohne auffällige Farbveränderungen, die das menschliche Auge irritiert wahrnehmen könnte — als Polarisationsflecken in Form von Bändern, Ringen, Streifen — insgesamt als eine Art Leopardenmuster. Die geniale Weiterentwicklung von arcon in arcon topview liefert Glas, welches für klare Sicht aus jedem Blickwinkel sorgt und die vormals deutlichen erkennbaren optischen Beeinträchtigungen für das bloße Auge verschwinden lässt.

Die Verwendung von arcon topview bei diesem Vorreiter-Projekt gab arcon-glas die Möglichkeit, unter authentischen Bedingungen und einer Menge unterschiedlicher Beleuchtungssituationen sowie mit Langzeit-Messungen und Fotodokumentation die enorme Qualität nachzuweisen. Die Messungen dokumentieren auch, dass das neue Konzept gegen Polarisationsflecken im Glas funktioniert. Nun ist arcon topview auf dem Markt präsent. Durch statistische Untersuchungen mit Testpersonen am Referenzobjekt konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass ohne Ausnahme weder Schlieren, Ringe bzw. Streifen noch irgendwelchen Farbveränderungen an der Fassade sichtbar wahrgenommen wurden.

Der Produktionsstandort in Feuchtwangen stellt nun genau dieses Glas auch für größer dimensionierte Projekte her. Der Glasveredler arcon, eine Tochter des Mutterkonzerns Arnold Glas, ist nach eigenem Wissen der erste und bis jetzt einzige weltweite Hersteller, welcher ein derartig innovatives Produkt anbietet.

arcon topview Glas ohne störenden Anisotropien
Glasfassade mit Anisotropien - Doppelbrechungen im Glas
Glasfassade ohne Anisotropien (Polarisationsflecken)